
In diesem Artikel:
– Warum Massen-„Frohe Festtage“-Mails in der deutschen Geschäftskultur oft Vertrauen zerstören
– Die 3 Ebenen der Verbindung: Ein Framework, um zu priorisieren, wer deine Energie bekommt
– Wie du die „Stille Nacht“-Phase (20. Dezember – 5. Januar) strategisch nutzt
– Warum konkrete Dankbarkeit besser ist als generische Kontaktaufnahme
Es ist der 15. Dezember. Wenn du in Europa arbeitest, spürst du die Energie sich verändern. Die „Stille Nacht“ der Geschäftswelt nähert sich – die meisten Büros sind ab dem 21. Dezember praktisch geschlossen.
Gerade jetzt starrst du vielleicht auf einen Entwurf einer E-Mail. Sie beginnt wahrscheinlich mit „Liebe geschätzte Kundin“ oder „Hallo zusammen“, und du planst, sie an alle 500 Kontakte in deiner Liste zu schicken.
Bitte drück nicht auf Senden.
Ich sage das nicht, um deinen Weihnachtsstress zu erhöhen, sondern um deinen Ruf zu schützen. In meinen vielen Jahren zwischen Europa und Asien habe ich gelernt: Im Zeitalter von KI, wo jeder in Sekunden einen generischen Gruß erstellen kann, ist Massenkommunikation nicht neutral. Sie ist oft negativ.
Eine generische E-Mail signalisiert deinen wertvollsten Kontakten, dass sie nur ein Datenpunkt in deinem System sind. Ja, es ist effizient. Aber Effizienz ist nicht das Ziel von Networking – Vertrauen ist es.
Hier ist ein effektiverer Weg für die nächsten fünf Tage. Du brauchst kein komplexes neues System, nur eine Verschiebung der Denkweise: Tiefe statt Breite.
Der Kontext: Warum „Fake“ fatal ist (besonders in Deutschland)
Nehmen wir das Land, in dem ich lebe, Deutschland, als Beispiel.
Wenn du hier geschäftlich unterwegs bist, weißt du: Authentizität ist keine Präferenz; sie ist eine berufliche Pflicht. Die deutsche Geschäftskultur legt großen Wert auf Sachlichkeit und Verlässlichkeit.
Wenn du hier eine oberflächliche „Blast“-Nachricht schickst, wird sie selten als nette Geste gesehen. Stattdessen kann sie als kalkuliert und unaufrichtig interpretiert werden. Sie suggeriert, dass du „Kontakte sammelst“ statt Beziehungen aufzubauen.
Also, wenn wir die Massenmail löschen – was machen wir stattdessen?

Die 3 Ebenen der Verbindung: Ein strategisches Framework
Wir hören auf, alle gleich zu behandeln. Statt 500 Menschen schlecht zu erreichen, möchte ich, dass du 10-20 Menschen kraftvoll erreichst.
Ebene 1: Die Anker (Deine Top 5-10)
Das sind deine langfristigen Kunden, wichtigsten Partner oder Mentoren, die dein Jahr wirklich geprägt haben.
Die Aktion: Schick keine E-Mail. Wenn Zeit ist, schreib eine handgeschriebene Karte. Wenn sich das zu förmlich oder langsam anfühlt, greif einfach zum Telefon. Ein persönlicher Anruf oder eine aufrichtige Sprachnachricht auf WhatsApp/LinkedIn ist weit wertvoller als ein Newsletter.
Der Inhalt: Sei konkret. Sag nicht einfach „Danke für die Partnerschaft.“ Bezieh dich auf eine bestimmte Herausforderung, die ihr im Mai gemeinsam gemeistert habt, oder ein Gespräch, das im Oktober deine Perspektive verändert hat.
Das „Warum“: Tiefe Beziehungen überleben Marktdisruptionen. Sie verdienen mehr als eine Vorlage.
Ebene 2: Die sich entwickelnden Verbindungen (Neu in 2025)
Das sind Menschen, die du dieses Jahr kennengelernt hast – vielleicht auf einer Konferenz oder durch eine Einführung – wo das Vertrauen sich noch bildet.
Die Aktion: Eine warme, professionelle E-Mail. Personalisierung ist hier Pflicht.
Der Inhalt: Bezieh dich auf ein konkretes Detail aus eurer letzten Interaktion. „Ich habe über unsere Diskussion bezüglich X nachgedacht…“ Beweise, dass du zugehört hast.
Das „Warum“: In einer Welt voller Lärm ist es dein Wettbewerbsvorteil, die Person zu sein, die tatsächlich zuhört.
Ebene 3: Das breite Netzwerk (Alle anderen)
Das ist der schwierige Teil für viele Fachkräfte: Mach nichts.
Die Aktion: Wenn du die Nachricht nicht personalisieren kannst, schick sie nicht.
Die Strategie: Warte. Während alle anderen im Dezember Postfächer füllen, warte bis Mitte Januar. Melde dich dann mit einer „Neues Jahr, neuer Fokus“-Nachricht, wenn der Lärm sich gelegt hat.
Das „Warum“: Du respektierst ihre Zeit und ihr Postfach. Das ist auch eine Form von Großzügigkeit.

Eine Notiz zu den „unsichtbaren“ Partnern
Wenn du authentische Verbindung praktizieren möchtest, denk daran: Beziehungen fließen oft durch die Menschen, die wir vergessen zu danken.
Wer hat deine Reisen gebucht? Wer hat bei deinen Kundendinners serviert? Wer verwaltet den Kalender deines größten Kunden?
Diese Woche, denk bitte daran, eine Dankesnachricht an die Assistenten, die Hospitality-Partner und die Support-Teams zu schicken. Ihren Beitrag anzuerkennen, wenn es sonst niemand tut, hinterlässt einen tiefen, bleibenden Eindruck von deinem Charakter.

Qualität statt Lärm
Du musst nicht die lauteste Stimme im Raum sein, um das stärkste Netzwerk zu haben.
Nutze diese letzten Tage des Jahres, um großzügig, aber nicht naiv zu sein. Fokussiere dich auf die wenigen Beziehungen, die wirklich zählen, und lass den Rest warten.
Dein nächster Schritt: Hast du das Gefühl, dass dein Netzwerk voller Kontakte ist, aber wenig echte Verbindungen hat?
Lass uns das 2026 ändern.
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